Bahn: Bauvorhaben nicht verhandelbar

17/06/2017

Von Joachim Friedl, erschienen in der Heilbronner Stimme am 17. Juni 2017.
Immer weitere Kreise ziehen die geplanten Streckensperrungen der Deutschen Bahn AG während der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Das Bundesverkehrsministerium und die Landesregierung sollen vermitteln.

In die Diskussion um die geplanten Sperrungen von Bahnstrecken während der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn schaltet sich jetzt auch das Bundesverkehrsministerium ein. Zum Redaktionsgespräch bei der Heilbronner Stimme hat der Parlamentarische Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) aber schlechte Nachrichten mitgebracht. „Die Bahn hat mir mitgeteilt, dass die Arbeiten auf den Verbindungen Heilbronn−Heidelberg und Heilbronn−Würzburg grundsätzlich nicht disponibel sind.“ Die geplanten Gleisbauarbeiten auf dem Streckenabschnitt Heidelberg−Neckargemünd von April bis Juni 2019 könnten, so die Bahn-Information an Barthle, „eventuell in das Jahr 2021 verschoben werden“. 2020 stehen auf der Schnellfahrstrecke Mannheim−Stuttgart umfangreiche Arbeiten an, so dass dann die Züge durch das Neckartal umgeleitet werden müssen.

Wie berichtet, wird die Strecke Heilbronn−Würzburg vom 7. Januar bis 19. August 2019 für die Erneuerung des Wittighäuser Tunnels zwischen Würzburg und Lauda gesperrt. „Nach Angaben der Deutschen Bahn AG kann dieser Termin nicht verschoben werden, weil der Betreiber des Schienenpersonennahverkehrs wechselt“, gibt Barthle Aussagen von Bahn-Repräsentanten wider. Die Frankenbahn wird ab Juni 2019 nicht mehr von der Deutschen Bahn AG, sondern vom britischen Verkehrsunternehmen Go Ahead bedient.

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Annette Sawade (Schwäbisch Hall) und Josip Juratovic (Heilbronn) haben „besorgt“ die geplanten Baustellenvorhaben der Bahn während der Buga 2019 zur Kenntnis genommen: „Die Erreichbarkeit der Bundesgartenschau darf dadurch nicht beeinträchtig werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Abgeordneten. Zwischenzeitlich hat sich Juratovic an den Konzernverantwortlichen der Bahn AG für Baden-Württemberg, Sven Hantel, gewandt, um Transparenz über die Bauvorhaben zu erhalten. Die Forderungen des Heilbronner Oberbürgermeisters Harry Mergel und der aktiv gewordenen Fraktionen im Regionalverband unterstützen Sawade und Juratovic: „Es gilt, an einem Strang zu ziehen.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Reinhold Gall, fordert die Landesregierung auf, in die Diskussion einzugreifen: „Es kann nicht sein, dass die Bahn ausgerechnet während der Bundesgartenschau anfängt, die Schienen aufzureißen. Verkehrsminister Hermann muss hier Druck machen und dafür sorgen, dass die Bauarbeiten vorgezogen oder verschoben werden,“ sagt Gall gegenüber der Heilbronner Stimme. Heilbronn während der Buga faktisch vom Schienenverkehr abzuschneiden, gehe „zu Kosten der Pendler, schadet der Wirtschaft und macht die Region zum Gespött“.

„Die geplanten Sperrungen der Bahnabschnitte von Heidelberg und Würzburg während der Bundesgartenschau 2019 sind völlig inakzeptabel“, sagte der Heilbronner CDU-Bundestagskandidat Alexander Throm am Rande des Stimme-Besuchs von Staatssekretär Norbert Barthle. Zwar seien die Arbeiten insbesondere am Tunnel auf der Strecke der Frankenbahn langfristig wichtig, um die Kapazität zu erhöhen. Allerdings könne und dürfe dies nicht 2019 passieren. Throm gab seinem Parteifreund Barthle mit auf den Weg nach Berlin, sich für eine Verlegung dieser Arbeiten bei der Bahn zu verwenden.