20. Jahrestag des Völkermords in Srebrenica: Aussöhnung muss vor politischen Machtspielen stehen

09/07/2015

Pressemitteilung | 9.7.2015

Am 11. Juli 2015 jährt sich zum 20. Mal der Völkermord an mindestens 8.000 bosnischen Muslimen, die von serbisch-bosnischen Truppen in Srebrenica ermordet wurden.

Josip Juratovic, im Auswärtigen Ausschuss Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Südosteuropa, äußert sich zum Gedenktag in Srebrenica:

„Vor 20 Jahren ist in Srebrenica ein Verbrechen geschehen, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Zum Jahrestag sollten die Länder des ehemaligen Jugoslawiens, hier vor allem Serbien sowie Bosnien und Herzegowina, die Chance ergreifen und die gemeinsame Aufarbeitung ihrer Vergangenheit voranbringen. Das ist die Voraussetzung für einen stabilen Frieden. Ich begrüße daher die Entscheidung des serbischen Premierministers Aleksandar Vučić, in Srebrenica den Opfern zu gedenken.“

Als Obmann der SPD-Bundestagsfraktion im Unterausschuss Vereinte Nationen kommentiert Juratovic die Resolutionen der Vereinten Nationen und Russlands:

„Die Tatsache, dass sowohl Großbritannien als auch Russland jeweils eine Resolution verfasst haben, zeigt, dass der Westbalkan immer noch unter politischem Einfluss anderer Mächte steht.
Wenn die internationale Gemeinschaft dem Westbalkan helfen will, sollte sie unterstützend bei der Versöhnung der Völker mitwirken und die Zivilgesellschaft stärken. Ein Beitrag in diesem Sinne hätte die Ermöglichung einer gemeinsamen Resolution zwischen Serbien sowie Bosnien und Herzegowina sein können. Dies hätte positive Auswirkungen auf die ganze Region gehabt.“