Audi-Betriebsrat Stammler in Berlin

14/06/2012

Am 13. Juni 2012 fand in Berlin die alljährliche Betriebs- und Personalrätekonferenz der SPD-Bundestagsfraktion statt. Vertreter aus Politik und Gewerkschaften diskutierten über Leiharbeit, Minijobs und den Missbrauch von Werkverträgen. Auch Jens Stammler, Betriebsrat bei Audi Neckarsulm, konnte auf Einladung des Unterländer SPD-Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic von seinen betrieblichen Erfahrungen berichten.

„Die Gespräche zwischen der SPD-Bundestagsfraktion und den Vertretern der Gewerkschaften waren sehr konstruktiv und geben beiden Seiten neue Impulse zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen“, so Jens Stammler. Auch Juratovic begrüßt den regelmäßigen Austausch: „Ich kann nur sinnvolle Politik machen, wenn ich die Lage vor Ort in den Betrieben kenne. Der Austausch mit den Betriebsräten ist dabei ein wichtiger Baustein!“ Auch Peer Steinbrück und DGB-Chef Michael Sommer diskutierten mit den rund 250 Betriebsräten.

Schwerpunkt in diesem Jahr war der Missbrauch von Werkverträgen. Ein Vertreter der NGG berichtete anschaulich, wie oft gerade im Nahrungsmittelbereich immer mehr Arbeitgeber versuchen, normale Angestellte durch Werkverträge zu ersetzen – mit katastrophalen Folgen für das Lohnniveau, aber auch für den Arbeitsschutz und die Mitspracherechte der Betriebsräte. Viele der Anwesenden konnten dies mit Erfahrungen aus dem eigenen Betrieb bestätigen.

„Die SPD will die Abgrenzung zwischen Leiharbeit und Werkverträgen klarer fassen, um Missbrauch zu verhindern. Wir wollen den Betriebsräten mehr Mitsprachemöglichkeiten geben beim Einsatz von Werkvertragsnehmern in den Unternehmen“, betont Josip Juratovic als Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales. „Die Bundesregierung hingegen ignoriert das Problem völlig und fällt – wieder einmal – durch völlige Untätigkeit auf. Um so interessanter sind die Denkanstöße, die von unserer Konferenz ausgehen!“

Berlin, den 14. Juni 2012