Anonymisierte Bewerbungsverfahren – ein wichtiger, erster Schritt

19/02/2015

PM Juratovic | 19. Februar 2015
Die Fortführung der anonymisierten Bewerbungsverfahren durch die Stadtverwaltung in Karlsruhe, begrüßt Josip Juratovic, der Integrationspolitische Beauftragte der SPD-Bundestagsfraktion:

Juratovic schätzt die Wirkung der anonymisierten Verfahren als „Eröffnung von Chancen“. Es gehe nicht darum, einem Personalentscheider aufzuzwingen, einen Bewerber mit Migrationshintergrund einzustellen. Im Gegenteil: „Mit einem anonymisierten Bewerbungsverfahren erhalten Arbeitgeber und Bewerber die Chance, sich persönlich kennenzulernen und die ersten Auswahlentscheidungen nur anhand von Fähigkeiten zu treffen.“ Damit könne man unbewusster Diskriminierung vorbeugen, im Übrigen nicht nur gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch anderen Gruppen, die in Bewerbungsverfahren mitunter benachteiligt sind.

Juratovic ergänzt:
„Die anonymisierten Bewerbungsverfahren können aber immer nur ein Bestandteil sein im Kampf gegen Diskriminierung in unserer Gesellschaft.“

Abschließend betont Juratovic:
„Wir brauchen vor allem bessere Antidiskriminierungsgesetze, auch auf der Landesebene. Denn die Diskriminierungen passieren nicht nur im Rahmen von Bewerbungen, sondern sind leider weit verbreitet in unserer Gesellschaft. Die Betroffenen brauchen bessere Werkzeuge, um gegen die stattfindende Diskriminierung vorzugehen, egal ob bei der Wohnungssuche, in der Schule oder im Umgang mit der Polizei.“