Arbeitsmarkt für Westbalkan geöffnet: Juratovic zieht positive Bilanz

15/04/2016

Pressemitteilung vom 15.04.2016

Legale Arbeitsmigration ist ein Erfolg!

Seit dem 1. Januar 2016 haben Menschen aus den Westbalkanstaaten die Möglichkeit, einfacher als bisher in Deutschland eine Arbeit aufzunehmen. Voraussetzungen dafür sind ein konkretes Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangebot und eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit (bestandene Vorrangprüfung). Auch die Beschäftigungsbedingungen werden stets geprüft. Sie dürfen nicht ungünstiger sein als bei vergleichbaren inländischen Beschäftigten.

Josip Juratovic ist Berichterstatter für Südosteuropa und Integrationsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion. Er setzt sich schon lange für mehr Möglichkeiten legaler Arbeitsmigration ein. Und zieht nun eine erste Bilanz:

„Es war die richtige Entscheidung von SPD-Arbeitsministerin Andrea Nahles, Menschen vom Westbalkan eine legale Möglichkeit der Einwanderung zu eröffnen. Erstens können deutsche Arbeitgeber Stellen unterhalb des Fachkräftebereichs nun schneller als bisher besetzen – ohne dass dies zulasten inländischer Beschäftigter geht. Zweitens sinkt mit dem Angebot legaler Einwanderungswege die illegale Einwanderung.“

In den Monaten November 2015 bis Februar 2016 bearbeitete die Bundesagentur für Arbeit 4.765 Vorrangprüfungen für Staatsangehörige aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien. 4.153 Vorrangprüfungen (87 Prozent) wurde zugestimmt. Daraufhin haben zwischen dem 1.12.2015 und dem 31.03.2016 3.247 Personen ein Arbeitsvisum in den deutschen Botschaften beantragt, um legal nach Deutschland zu kommen. 1.700 Visa wurden erteilt; 1.154 sind noch in Bearbeitung; 338 wurden abgelehnt.

Zugleich sank die Zahl der Asylbewerber aus diesen Staaten. Machten Menschen vom Westbalkan im Jahr 2015 einen beträchtlichen Anteil an allen Asylbewerbern aus, betrug ihr Anteil in den Monaten Januar und Februar 2016 lediglich 4,1 Prozent aller Erstantragsteller (entsprechend 2.709 Personen).

Juratovic stellt hierzu fest:

„Legale Arbeitsmigration macht Sinn: Sie gibt Menschen, die nach Deutschland wollen, ein realistisches Bild ihrer Zukunftsperspektive – und wirkt überhöhten Erwartungen entgegen. Außerdem stärkt sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Denn Integration funktioniert am besten über Arbeit – und nur dann, wenn inländische Beschäftigte nicht gegen Einwanderer ausgespielt werden.“

Bei Rückfragen können Sie im Berliner Büro Torsten Menzel unter 030/227 70 107 oder josip.juratovic@bundestag.de kontaktieren.