Begrenzung der Leiharbeit gefordert

15/09/2011

Bis auf den letzten Platz besetzt war jetzt das Haus der SPD in Ludwigsburg. Die SPD-Bundestagsfraktion hatte zum Themenabend „Fairness auf dem Arbeitsmarkt“ eingeladen. Zur Diskussion stellten sich die designierte Generalsekretärin der SPD-Baden-Württemberg und Bundestagsabgeordnete in Pforzheim Katja Mast, der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic sowie die Betriebsrätin von Mann und Hummel in Ludwigsburg Tanja Majer. Moderiert wurde die Runde vom SPD-Kreisvorsitzenden Thorsten Majer.

„Gute Arbeit für alle heißt das Ziel, dass sich die SPD gesetzt hat“, so Arbeitsmarktexpertin Katja Mast. Ganz im Gegensatz zur CDU-Forderung, die lediglich Arbeit für alle fordere. Dies sei aber ein zentraler Unterschied. Denn die Sozialdemokraten möchten, dass Menschen von ihrer Arbeit auch leben können. Dabei spiele die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns eine zentrale Rolle. „Wir wollen nicht, dass Menschen trotz eines harten Acht-Stunden-Arbeitstages zusätzlich zum Amt müssen, um über die Runden zu kommen.“ Als skandalös bezeichnete es Katja Mast, dass die Bundesregierung die Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik kürzt, obwohl diese dazu geführt habe, dass über 49 Prozent der Langzeitarbeitslosen wieder eine Stelle gefunden haben.

Das Ziel heißt: Gute Arbeit für alle!

Eine deutliche Begrenzung der Leiharbeit forderte Josip Juratovic, der ebenfalls für die SPD im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales mitarbeitet. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit muss in die Tat umgesetzt werden“, so der Arbeitsmarktexperte, der früher selbst als Betriebsrat tätig war. Es dürfe keine Arbeitnehmer erster oder zweiter Klasse geben, deshalb sei dies eine zentrale Gerechtigkeitsfrage, der sich die SPD entschlossen annehme. Es sei ein Schande, dass dieses Instrument so ausgenutzt werde, betonte Juratovic unter Beifall der Zuhörer.

Aus der betrieblichen Praxis berichtete die Betriebsrätin Tanja Majer. Besonders der Facharbeitermangel werde immer öfter spürbar. Deshalb sei eine bessere und regelmäßige, berufsbegleitende Weiterqualifizierung notwendig. Auch deshalb sei die Ausbildung im Betrieb sehr wichtig. Insbesondere setze sich der Betriebsrat für eine Übernahme der Azubis nach der Lehre ein. In der anschließenden Diskussionsrunde wurden vor allem Themen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Mindestlohn und die Leiharbeit besprochen.

Ludwigsburg, 15. September 2011