Betriebsratskompetenz für die SPD-Fraktion

28/11/2012

Zum zweiten Mal in diesem Jahr lud die SPD-Bundestagsfraktion zur Betriebs- und Personalrätekonferenz nach Berlin. Mehr als 300 Betriebsräte aus der ganzen Bundesrepublik diskutierten über das hochaktuelle Thema „Humaner Arbeitsplatz – Humane Arbeitswelt“.

Auf Einladung des Unterländer SPD-Abgeordneten Josip Juratovic nahm Alexander Bergtold aus Bad Wimpfen, IG Metall-Betriebsrat bei Audi Neckarsulm, an der Konferenz teil. Nach der Einführung durch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Steinmeier erklärte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Detlef Wetzel, wie aus Sicht der Gewerkschaft Arbeitnehmer trotz Leistungsdruck und Arbeitsverdichtung länger fit bleiben können. Ähnlich wie bei Vorschriften zum Lärmschutz müssten von Arbeitgebern und Politik belastbare Vorgaben ausgearbeitet werden, um Angestellte besser vor Stress zu schützen, betonte Wetzel.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie sehr sich in den letzten Jahre die Arbeitswirklichkeit in den Betrieben verändert hat. Auch Alexander Bergtold kann aus eigenen Erfahrungen berichten, dass Arbeitsabläufe immer stärker verdichtet werden und Stress und Versagensangst zunehmen.

Josip Juratovic, Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeits- und Gesundheitsschutz, fordert seit längerem, das Thema psychische Belastungen in der Arbeitswelt in der Politik anzugehen: „Alles mögliche ist im Arbeitsschutz per Verordnung geregelt – im Bereich psychische Belastungen fehlt jedoch eine Verordnung. Wir müssen diese Schutzlücke schließen und eine Anti-Stress-Verordnung schaffen. Die CDU-Arbeitsministerin von der Leyen sollte nicht nur in der Presse Mitleid heucheln, sondern muss dafür sorgen, dass die Arbeitswelt tatsächlich gesünder und humaner wird!“

Bergtold und Juratovic sind sich einig: „Die Politik ist gefordert, den gesetzlichen Rahmen zu schaffen. Gewerkschaften und Betriebsräte sind gefragt, wenn es darum geht, durch Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen für humane Arbeitsplätze zu sorgen. Hierfür gilt es, gemeinsam zu streiten.“

Berlin, den 28. November 2012