Ein Riesenfeuer für Frieden, Gerechtigkeit und Umwelt

25/06/2009

25.06.2009 – Die traditionelle Sonnwendfeier der NaturFreunde beim NaturFreundehaus Steinknickle war dieses Jahr geprägt von fetzigem Jazz, politischen Botschaften und einem grandiosen Feuer.

Zum Abschluss des langen Abends zog der Bezirksvorsitzende der NaturFeunde Franken, Georg Dukiewicz, sein Resümee: Wir sind rundum zufrieden, das Wetter hat gepasst, das „Oldtime Jazz Collegium“ machte tolle Stimmung, wir hatten volles Haus, MdB Josip Juratovic (SPD) hielt eine eindrucksvolle Feuerrede und unser Feuer war grandios“.

Bei seiner Begrüßung hatte Georg Dukiewicz schon den besonderen Einsatz der NaturFreunde für die Umwelt und soziale Gerechtigkeit hervorgehoben. So warb er eindringlich für die Großdemonstration für den Atomausstieg, die am 4. Juli vor dem GKN in Neckarwestheim stattfindet und an der die NaturFreunde maßgeblich beteiligt sind.

Josip Juratovic, SPD Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Heilbronn, forderte eingangs seiner Rede, den vertraglich zwischen Energieversorgern und Bundesregierung beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie einzuhalten. „Die Entwicklung und der Einsatz erneuerbarer Energie ist der „Jobmotor“, trotz Wirtschaftskrise, die Versorgungssicherheit ist bei geordneter Abschaltung nicht gefährdet, Deutschland hat ein Überangebot an Elektrizität und Wärme“, so Josip Juratovic.

Besonderes am Herzen liege ihm die unakzeptable Lage von vielen jungen Menschen, die auch wegen des chaotischen Bildungssystems keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hätten. Deshalb habe er eine Initiative für die Hauptschüler gestartet und er forderte alle Betriebe, Handwerker und die Industrie auf, vermehrt auszubilden, damit dieser Skandal beendet wird. Ein anderes Schwerpunkthema seiner engagiert vorgetragenen, häufig mit Beifall unterbrochenen Rede, war die Forderung nach einem allgemein gültigen Mindestlohn. Nicht nur dass die unterbezahlten, „prekären“ Arbeitsverhältnisse und Lohndumping ein Skandal seien, auch die Sozialsysteme würden durch zu geringe Beiträge geschwächt.

Er warnte eindringlich vor den Folgen: Zunahme von sozialer Ungerechtigkeit, Kinderarmut, Sozialhilfefällen und Altersarmut. Weitere aktuelle Themen des Referates von Josip Juratovic waren Finanzkrise, Verkehrspolitik, Umwelt, Friedenspolitik, Europa und die Hoffnung für Frieden und Umwelt aus Amerika: Barack Obama.
Bei Einbruch der Dunkelheit marschierten die über 150 Teilnehmer, ausgerüstet mit Fackeln, zum Holzstoß auf die Höhe beim Steinknicklesturm. Dort wurde, unterstützt von Arbeiterliedern und intoniert von der Schalmeiengruppe der NaturFreunde, das Sonnwendfeuer entzündet. Die ins Holz eingesteckten Fackeln hatten die akkurat aufgestellten bis 5 m hohen Fichtenstangen in kürzester Zeit in Brand gesetzt, die hell lodernden Flammen schlugen weit in den Nachthimmel und die „Funken flogen“.

Die über 300 Zuschauer waren begeistert von dem mächtigen Feuer, freuten sich an der wohligen Wärme und harrten aus, bis die knisternden Stangen kippten und die ersten mutigen jungen NaturFreunde den Gluthaufen übersprangen. Der stell-vertretende Vereinsvorsitzende, Norbert Hüftle, war ganz begeistert: „Das war das schönste, großartigste und prächtigste Feuer seit 20 Jahren.“