In Vielfalt zusammenstehen gegen Menschenfeindlichkeit!

06/06/2014

Pressemitteilung vom 5.6.2014

Am 4. Juni wurde die neue „Mitte-Studie“ der Universität Leipzig vorgestellt, die die rechtsextremen Einstellungen in Deutschland zum Forschungsgegenstand hat. Neben der vorsichtig erfreulichen Entwicklung beim sinkenden Anteil von Menschen mit einem „geschlossen rechtsextremen Einstellungen“ sind die Detaildaten besorgniserregend.

Josip Juratovic, Integrationsbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion und Aziz Bozkurt, stellvertretender Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD, kommentieren die Ergebnisse: „Die wachsende Ablehnung gegenüber Muslimen, Sinti und Roma und Asylbewerbern sind höchst alarmierende Ergebnisse der Studie. Wenn mehr als ein Drittel der Deutschen Muslimen generell die Einwanderung untersagen will, wenn knapp die Hälfte der Deutschen Sinti und Roma aus den Innenstädten verbannen will und wenn eine deutliche Mehrheit eine ablehnende Haltung gegenüber Asylbewerbern an den Tag legt, dann ist leider klar, dass in diesem Land noch immer etwas schief läuft.“

„Legt man diese Ergebnisse mit denen aus Studien, wie der aktuellen Studie des Berlin-Instituts „Neue Potenziale“ aufeinander, ergibt sich ein hoch gefährliches Bild. Während die Autoren der Studie „Neue Potenziale“ von der wachsenden Offenheit der Bevölkerung zum Thema Einwanderung schreiben, steigt die Ablehnung gegenüber den Schwächsten in der Gesellschaft. Das Prinzip „die guten ins Töpfchen die schlechten ins Kröpfchen“ greift um sich und die „Nützlichkeitsdiskurse“ der letzten Jahre zeigen ihre bitteren Früchte.“

Juratovic und Bozkurt weiter: „Diese Resultate sind das Ergebnis der immer wiederkehrenden gefährlichen Botschaften zu „nutzlosen Muslimen“, „Sozialschmarotzern aus Südosteuropa“ und „wachsenden Flüchtlingsströmen“. Und sie sind ein Ergebnis der schwachen Sprachfähigkeit der demokratischen Akteure. Wir müssen endlich zu einer Kultur kommen, in der es Konsens ist, dass wir zusammenstehen, wenn menschenfeindliche Einstellungen alltäglich werden. Wir hoffen, dass auch die Union mit der Europawahl aufgewacht ist und begreift, dass das verbale Zündeln nur dem rechten Rand Auftrieb bringt.“