„Integration gelingt vor Ort!“ – Bericht einer Teilnehmerin

21/07/2014

Zur Veranstaltung „Integration gelingt vor Ort!“ ein Bericht mit Meinung einer Teilnehmerin. Die Autorin Mara Pinkert absolviert im Herbst 2014 ein Praktikum bei Josip Juratovic.

Unter dem Motto ‚Integration gelingt vor Ort!’ hat Josip Juratovic, MdB und seit 2014 Integrationsbeauftragter der SPD Bundestagsfraktion, am 17. Juli 2014 zur Diskussion über Integration in seinem Wahlkreis nach Heilbronn eingeladen.

Integration bedeutet viel mehr als nur Toleranz und Assimilation. Es bedeutet, sich im neuen Land mit anderen Mitmenschen zusammenschließen und sich weiterentwickeln zu können. Mit weiterentwickeln meine ich hier, die Möglichkeit zu haben, sich ein neues soziales Netzwerk aufzubauen, von der Bevölkerung willkommen geheißen zu sein und die vorhandenen nötigen Strukturen und Bedingungen vor Ort vorzufinden, um sich aktiv in das gesellschaftliche Leben des aufnehmenden Landes einbringen zu können.

Es bedarf dabei einer offenen und ehrlichen Debatte, um diese ‚aufnehmenden Strukturen’ zu schaffen. Meistens sind Flüchtlinge stark traumatisiert und haben schlimmes Leid erlebt, landen teilweise hier ohne Sprachkenntnisse und haben dazu noch ihr ganzes Hab und Gut verloren. Bei Integration geht es daher auch immer um einen Neuanfang, und man sagt im Volksmund nicht umsonst ‚aller Anfang ist schwer’. Aber einem Neuanfang kann eben auch ‚ein besonderer Zauber inneliegen’, und diese neuen Möglichkeiten sollten genutzt werden. Deshalb hat Josip Juratovic völlig recht, wenn er davon spricht, dass wir mehr ‚Herz und Einfühlungsvermögen’ brauchen, wenn wir die Menschen in unserem Land aktiv aufnehmen wollen. Auch wir sollten uns ihnen gegenüber öffnen und sie willkommen heißen.

Ein entscheidender Punkt ist natürlich, die lokale Sprache zu beherrschen. Einwandernde sollten in die Lage versetzt werden, im wahrsten Sinne des Wortes mitreden zu können, um aktiv am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilzuhaben. Deshalb ist eine gezielte Sprachförderung für die Ankommenden unabdingbar. Jedoch ist die sprachliche Komponente nicht das Einzige, wie Dr. Karamba Diaby, MdB, anmerkte: ‚Sich in eine Welt zu begeben, die einem Fremd ist, ist nicht einfach’. Es strömen neue Begebenheiten und kulturelle Unterschiede auf einen ein, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Dies erfordert eine gewisse Zeit und Verständnis, auch von Seiten des aufnehmenden Landes gegenüber den Ankommenden. Der Austausch von Erfahrungen und Erlebnissen zwischen den Menschen ist daher wichtig und kann heilsam wirken. Aktiv zu werden, sowie Engagement und Vernetzung im neuen Land sind unerlässlich, wenn Integration vor Ort gelingen soll.

Dies hat auch direkte Folgen auf die nachfolgende Generation, wie Herr Dr. Karamba Diaby, angemerkt hat: ,Wenn die Eltern vernetzt sind, hat dies auch eine große Bedeutung für ihre Kinder’. Nicht nur, aber eben auch gerade deshalb ist es unumgänglich, auch zum Thema zu machen, was die Vorteile von gelungener Integration und Teilhabe in Deutschland sein können. Wir sollten nicht vergessen, dass wir Jugend und Mitbürger und Bürgerinnen, die aktiv am gesellschaftlichen Leben in Deutschland teilnehmen, brauchen.

Mara Pinkert, im Juli 2014