Praxistag in der Kraichgau-Klinik in Bad Rappenau

01/08/2011

Josip Juratovic war dieser Tage in der MediClin Kraichgau-Klinik in Bad Rappenau zu einem Praxistag zu Gast. Er erhielt Einblick in die Welt der Rehabilitation von Tumorpatienten und von Patienten mit chronischen Schmerzen. Hintergrund des Besuchs ist Juratovics Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen. Als Mitglied im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales strebt Juratovic eine bessere Verzahnung zwischen betrieblichem Gesundheitsschutz und der Reha an. Auf dem Programm des Praxistages standen ein Fachgespräch mit dem Chefarzt Dr. Peter Trunzer und dem Kaufmännischen Direktor Michael Schmid sowie Gespräche mit den Beschäftigten und Patienten.

Ein wichtiges Thema war der erschwerte Zugang von Versicherten zur Rehabilitation bei gedeckeltem Budget der Rentenversicherung, demgegenüber aber steigendem Rehabilitationsbedarf einer älter werdenden Gesellschaft. „Die Klinik erhält sehr gute Bewertungen, doch um alle Mitarbeiter auf Dauer zu halten, brauchen wir verlässliche Zuweisungen vom Kostenträger“, so Trunzer.

In einer Schlüsselfunktion sieht der Kaufmännische Direktor Michael Schmid die Deutsche Rentenversicherung, die im Bereich der Rehabilitation mir zu geringen finanziellen Mitteln auskommen müsse. „Wenn die Rentenversicherung hustet, bricht bei uns ein Erdbeben aus“, so Schmid. Leitung und Beschäftigte der Kraichgau-Klinik waren sich einig: Der Leitsatz „Reha vor Pflege“ müsse mit Leben gefüllt werden. Juratovic stellte vor diesem Hintergrund eine parlamentarische Anfrage zur Situation der medizinischen Rehabilitation in Aussicht.

Juratovic treibt insbesondere auch die Frage um, wie der betriebliche Gesundheitsschutz besser mit der Reha verknüpft werden kann. Und wo müssen Gesetze verbessert werden? Dieser Frage wird Juratovic weiter mit den Betroffenen in der Region diskutieren. Ohne gezielte Prävention und adäquate Rehabilitation sei die Debatte um die Rente ab 67 und den Facharbeitermangel eine reine Farce – denn gesundheitlich angeschlagene Arbeitnehmer könnten sonst nicht so lange durchhalten. In den Diskussionen wurde deutlich, dass gerade Arbeitnehmer im Sozial- und Pflegebereich besonders vom Burnout bedroht sind. Gründe dafür sind zunehmende Belastungen, Arbeitsverdichtung, Personaleinsparungen und Zeitdruck.

Nachdem die Rente ab 67 vor vier Jahren beschlossen wurde, bewertet Juratovic die Fortschritte für eine bessere Arbeitswelt auch für Ältere eher kritisch. Während viele größere Firmen dieses Thema aufgegriffen haben und unter dem Aspekt der Fachkräftesicherung mit entsprechenden Programmen angehen, sei dies in kleineren und mittleren Betrieben weniger der Fall. Weil aber die meisten Beschäftigten in mittelständischem Betrieben arbeiten, müsse hierauf stärker der Fokus gerichtet werden. Juratovic sieht ein großes Potential bei den Rehabilitationseinrichtungen, denn hier könnten auf der körperlichen wie auch der seelischen Ebene Erholung, Funktionsaufbau und berufliche Prävention miteinander verknüpft werden.

Juratovic plant deshalb, einen regionalen „Runden Tisch Rehabilitation“ einzuberufen, um das präventive und rehabilitative Know-How an den Rehastandorten Bad Wimpfen und Bad Rappenau verstärkt für Betriebe nutzbar zu machen.

Im Bild: Josip Juratovic im Gespräch mit dem Chefarzt Dr. Peter Trunzer (3.v.l.) und dem Kaufmännischen Direktor Michael Schmid (r.), begleitet vom Bad Rappenauer SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Michael Franzen (l.)

Heilbronn, 01.08.2011