Josip Juratovic: Praxistour Berufsbetreuer

11/07/2013

Was macht eigentlich ein Berufsbetreuer? Josip Juratovic begleitete einen Tag lang den Berufsbetreuer Carsten Richter, um zu erfahren, welche Herausforderungen sich in diesem Beruf ergeben. Ein Berufsbetreuer übt die Betreuung von Personen aus, die aufgrund einer psychischen Erkrankung oder einer starken körperlichen Einschränkung nicht mehr in der Lage dazu sind, sich selbst um rechtliche Angelegenheiten zu kümmern. In der Regel wird immer zuerst geschaut, ob sich zum Beispiel eine Person aus der Verwandtschaft findet, die die Betreuung ehrenamtlich übernehmen kann. Nur wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird ein bezahlter Berufsbetreuer herangezogen.

Juratovic weiß um die Bedeutung von Berufsbetreuern: „Denjenigen Menschen, die niemanden mehr haben, muss geholfen werden. Dazu brauchen wir Menschen wie Carsten Richter, die sich mit viel Einsatz um persönliche Schicksale kümmern.“

Der gelernte Erzieher Richter erzählt auch von skurrilen Fällen: Einmal habe er sich um die Rentenansprüche eines ehemaligen Fremdenlegionärs kümmern müssen. So kommt es, dass er sich als Berufsbetreuer mit allen möglichen Ämtern herumschlagen muss – von der französischen Botschaft bis zum bosnischen Konsulat.

Beim Besuch eines Ehepaars in Neckarsulm, das 24-Stunden-Pflege benötigt, macht Juratovic gegenüber Berufsbetreuer Richter und einer Pflegerin deutlich: „Sie leisten gesellschaftlich extrem wichtige Arbeit. Das muss besser honoriert werden – durch Mindestlöhne, aber auch durch eine Reform in der Pflegeversicherung!“, so der Sozialdemokrat.

Heilbronn, den 11.07.2013