Statement von Josip Juratovic zu den Ereignissen in Chemnitz

28/08/2018

Ich finde die Ereignisse in Chemnitz erschreckend und alarmierend. Ein Mann ist erstochen worden. Das ist schrecklich und muss geahndet werden und genau das ist Aufgabe des Rechtsstaates. Dass ein rechter Mob diese Tragödie nutzt, um gegen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu hetzen, ist unerträglich. Genauso wie das Zeigen des Hitlergrußes, das zunächst hingenommen wurde.

Doch es wäre falsch, das rechte Problem nur auf Sachsen zu reduzieren. Chemnitz geht uns alle an. Es steht für eine Verrohung und einen Rechtsruck, dem wir dringend die Stirn bieten müssen. Daher bin ich jedem dankbar, der sichtbar und friedlich gegen Rechts­extreme demonstriert, und damit im Übrigen nicht automatisch „links“ ist.

Wir dürfen nicht zulassen, dass noch einmal der Eindruck entsteht, der Mob erobere die Straße. Das fügt unserer Demokratie großen Schaden zu. Umso wichtiger ist es, klar Stellung zu beziehen. Daher frage ich mich auch, warum es so lange gedauert hat, bis Innenminister Seehofer die Ausschreitungen verurteilt. Ich hätte mir da eine klarere Reaktion gewünscht. Schließlich geht es hier um die Verteidigung der Demokratie.