Juratovic begrüßt Berliner Erklärung

16/12/2011

Bündnis für gesetzliche Frauen-Quote

Der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic begrüßt ausdrücklich, dass mit der „Berliner Erklärung“ nun ein breites gesellschaftliches Bündnis öffentlich eine verbindliche Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter, mitbestimmungspflichtiger und öffentlicher Unternehmen in Deutschland fordert. „Endlich setzt sich auch bei uns in Deutschland die Erkenntnis durch, dass wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht weiterkommen“, so MdB Juratovic.

Damit sei das Ziel – die Gleichstellung – noch nicht erreicht. „Aber das ist ein erster Schritt“, so der Arbeitsmarktpolitiker: „Schon viel zu lange ringen CDU/CSU und FDP um eine klare Position. Der Gipfel ist der Vorschlag von Ministerin Schröder zu einer so genannten Flexiquote. Gleichstellungspolitik mit Herz und Hand sieht anders aus. Die SPD zielt auf eine verbindliche, gesetzlich verankerte 40-Prozent-Quote – nicht nur in Aufsichtsräten, sondern auch in Vorständen deutscher Konzerne“. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird die SPD-Bundestagsfraktion zur Abstimmung im Bundestag stellen.

„Nur 2,5 Prozent der Vorstandsposten der 200 größten deutschen Unternehmen sind mit Frauen besetzt. Unsere Frauen haben starke und klare politische Rahmenbedingungen verdient, die aufräumen mit diskriminierenden Zuständen. Daher ist es enttäuschend, dass Familienministerin Schröder nur halbherzige Vorschläge macht. Kämpferisch scheint hingegen Arbeitsministerin von der Leyen. Doch haben wir bei ihr nur zu oft erleben müssen, dass es bei Worten blieb“, vergleicht Juratovic. Als ehemals zuständige Ministerin habe sie das Thema nie zu ihrem Markenzeichen gemacht. „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern CDU und FDP auf, unserem Gesetzentwurf im Bundestag zuzustimmen“, stellt Juratovic fest.
Hintergrund:

Die Berliner Erklärung ist eine überparteiliche Initiative namhafter Frauen, die zum Ziel hat, mittels einer gesetzlichen Frauenquote von 30 Prozent mehr Geschlechtergerechtigkeit in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft zu erreichen. Der gemeinsame Vorstoß wird von Vertreterinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und von Parlamentarierinnen des Deutschen Bundestags und aus den Ländern mitgetragen. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.berlinererklaerung.de