Juratovic bei der Heilbronner Mitternachtsmission

30/03/2012

„Keine darf sich misshandeln lassen“
Häusliche Gewalt bei Frauen mit Migrationshintergrund

Über die vielfältige Arbeit der Heilbronner Mitternachtsmission hat sich jetzt der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic informiert. Bei einem Vorort-Termin mit Tabea Richter, Alexandra Gutmann und Daniela Teichtmann von der Beratungsstelle für Frauen, des Kinderschutzhauses sowie der Beratungsstelle für Opfer von Menschenhandel ließ sich Juratovic die Stärken, aber auch die aktuellen Sorgen und Probleme der umfangreichen Arbeit der diakonischen Einrichtung zeigen. Vor allem die vielen karitativen Betreuungsangebote der Einrichtung für Frauen mit Migrationshintergrund standen im Mittelpunkt des Gesprächs.

„Das Thema interessiert mich sehr“, sagte Juratovic zu Beginn, habe er doch unter anderem den Bereich Arbeit und Soziales als besonderen Schwerpunkt seiner parlamentarischen Arbeit. „Starken Handlungsbedarf“ sahen die Vertreterinnen der Einrichtung im Bereich häusliche Gewalt vor allem bei Bürgerinnen aus den neuen EU-Staaten. „Der Trend ist steigend“, so die Sozialpädagoginnen. Vor allem die unklare Gesetzlage bei den Antragsverfahren zur Grundsicherung wurde von den Diakonie-Vertreterinnen moniert. „Menschen, die in Not sind, dürfen von den Behörden nicht abgewiesen und von den Beratungsstellen abhängig gemacht werden, um Hilfe zu bekommen“, so Alexandra Gutmann über die Erfahrungen mit den zuständigen Behörden.
Noch immer sei die Abwicklung der Anträge von einer starken Hierarchie und einem Spardrang bei den zuständigen Mitarbeitern der Behörden geprägt. „In unserer Gesellschaft soll sich niemand misshandeln lassen müssen oder mit Kindern auf der Straße leben“, sagte Juratovic zu den Schilderungen. Es müsse in Deutschland möglich sein, den Status für die wenigen zehntausend betroffenen Menschen so zu regeln, dass eine einheitliche und faire Behandlung möglich sei, so der Abgeordnete. „Hier sehe ich im Ressort von Ministerin von der Leyen großen Handlungsbedarf, ich werde mich für Verbesserungen einsetzen“.

„Dringende Regelungen“ mahnte Juratovic auch im Bereich „Haushaltsnaher Dienste“ an. Ebenso regte der Abgeordnete eine Podiumsdiskussion an, vor allem um das Thema „stärker in der Öffentlichkeit zu gewichten“. Spontan zeigten die Diakonie-Mitarbeiterinnen ihre Bereitschaft, sich bei einer solchen Runde mit einzubringen. „Ihr Bereich ist mir sehr wichtig, nehmen Sie mich in Anspruch“, so Juratovic abschließend zu den Diakonie-Mitarbeiterinnen.

Bildunterschrift: Informatives Gespräch bei der von der Diakonie getragenen Heilbronner Mitternachtsmission (v.l.): MdB Josip Juratovic sowie Tabea Richter, Alexandra Gutmann und Daniela Teichtmann.

Heilbronn, den 28.3.2012