Juratovic bei Firma Novoferm Riexinger in Brackenheim

23/11/2011

Arbeitswelt der Zukunft wird anders

„Ich bin überzeugt davon, dass Arbeits- und Gesundheitsschutz in Zukunft anders gestaltet werden muss, damit die Menschen gesund in die Rente kommen“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic. Deshalb ist er häufig in Firmen unterwegs, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

Jetzt besuchte der Arbeitsmarktpolitiker die Firma Novoferm Riexinger Türenwerke GmbH. Das mittelständische Unternehmen wurde 1945 in Böckingen gegründet und wechselte zwischen 1963 und 1972 den Standort in den Brackenheimer Teilort Hausen. Die Firma, die Feuerschutztüren in vielen Varianten herstellt, gehört seit einigen Jahren zu einem japanischen Konzern, der mehrere Standorte in Deutschland hat. Am Standort Hausen sind derzeit 263 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 15 Auszubildende.

Geschäftsführer Thomas Hage freute sich über das Interesse. Ein großes Problem für die Arbeitswelt der Zukunft bei mittelständischen Unternehmen sieht er in dem Punkt, Ausweicharbeitsplätze für ältere Mitarbeiter zu finden. „Früher wurden Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen verschiedene Tätigkeiten nicht mehr ausüben können, ins Lager delegiert. Inzwischen werden dort hochqualifizierte Logistiker benötigt. Je kleiner ein Werk ist, desto schlechter sind die Möglichkeiten, einen Ausweicharbeitsplatz zu bieten“, weiß Hage. Beim Betriebsrundgang erläuterte Sicherheitsingeneur Joachim Wetschenbacher, wie die Feuerschutztüren, Rolltore und Spezialtüren gebaut werden. In einem eigenen Testbereich werden die Feuerschutz- und Brandschutztüren auf ihre Feuerfestigkeit hin überprüft. In der Lehrwerkstatt ließ sich Juratovic von den Jugendlichen erläutern, in welchen Bereichen sie mitarbeiten und wo ihre Interessen liegen.

In den vergangenen Jahren haben die Azubis zahlreiche Auszeichnungen bei Lehrlingswettbewerben der IHK eingeheimst, darauf wies der Betriebsratsvorsitzende Manfred Kammel hin. Juratovic wurde bei seinem Besuch begleitet von Gewerkschaftssekretär Felix Bader von der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. Beide wissen, dass in den vergangenen Jahren die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zugenommen haben und laut Krankenkassenstatistik Muskel- und Skeletterkrankungen auf Platz zwei verdrängt haben. „Wir brauchen mehr Feingefühl für die Bedürfnisse und Nöte unserer Mitarbeiter“, fasste Juratovic zusammen.

Heilbronn, den 21.11.2011