Kompromiss beim Deutschen Qualifikationsrahmen

02/02/2012

Von SPD gefordertes Modell setzt sich durch

Die Handwerks-Meister und Techniker dem Bachelor gleichzusetzen ist eine richtige Entscheidung und unterstreicht die Gleichwertigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung“, sagt der Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic zur Einigung im Streit um die Einordnung des Abiturs und der Berufsabschlüsse im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR). Der nun zwischen Bund, Ländern und Sozialpartnern gefundene Kompromiss lässt die Einordnung der allgemeinbildenden Schulabschlüsse außen vor. Dieses so genannte „Französische Modell“ hatte die SPD-Bundestagsfraktion bereits im Vorfeld in ihrem Antrag gefordert.

Es sei bedauerlich, dass sich die Kultusministerkonferenz gegen die Meinung von Sozialpartnern, Bundesregierung, Wirtschaft, Handwerk und Wirtschaftsministern nicht dazu durchringen konnten, die drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildungen mit dem Abitur gleichzustellen. Nun müsse das Thema laut Vereinbarung in fünf Jahren abermals beraten werden.

Der internationale Vergleich zeige, dass das Abitur nicht höherwertiger als die berufliche Ausbildung einzustufen sei. Die Auszubildenden haben nach Ende der Ausbildung nicht nur die volle Berufsfähigkeit erlangt, sondern auch arbeitsmarktrelevante Kompetenzen und Fertigkeiten erlernt. Schon allein deshalb wäre eine Höherstufung des Abiturs aus Sicht der SPD-Bundestagsfraktion nicht sachgerecht. „Es geht um den gesellschaftlichen Stellenwert der Berufsausbildung und um das wichtige Signal an junge Leute, dass eine Duale Ausbildung alle Chancen bietet und keine Wege versperrt“, so der Arbeitsmarktpolitiker Juratovic.

Zum Hintergrund: Mit dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) für lebenslanges Lernen wird erstmals ein umfassendes Profil der in Deutschland erworbenen Kompetenzen vorgelegt. Als nationale Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) soll er die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems berücksichtigen und zur Vergleichbarkeit deutscher Qualifikationen in Europa beitragen. Im Rahmen des Europäischen Qualifikationsrahmens wurde den Mitgliedsländern empfohlen, nationale Standards festzulegen.

Heilbronn, den 1.2.2012