Schüler Johannes Brenner wurde zum Abgeordneten

08/07/2010


8. Juli 2010 – Um Politik hautnah erleben zu können, reiste Johannes Brenner vor wenigen Tagen nach Berlin, um auf Einladung des Heilbronner Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic (SPD) beim Planspiel „Jugend und Politik“ in die Rolle eines Berufspolitikers zu schlüpfen. Gastgeber Josip Juratovic findet es wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, eigene Erfahrungen zu machen: „Wenn man Politik erlebbar macht – wie zum Beispiel mit diesem Planspiel – kann man Jugendliche auch dafür begeistern.“


Aus Schüler Johannes Brenner aus Obersulm wurde in Berlin der Abgeordnete Tom Heldmaier von der Fraktion „Arbeiterpartei Deutschlands“. „312 Jugendliche aus ganz Deutschland traten – alle mit neuen Identitäten versehen – zu ihrer ersten Sitzung im Bundestag zusammen, das war sehr spannend“, so Brenner. Dabei wurde der Fraktionsvorstand und die Schriftführer gewählt. Danach haben sich die Jugendlichen in Arbeitsgruppen aufgeteilt.
Als Mitglied der Arbeitsgruppe Familie und Senioren arbeitete der 18-jährige Schüler zusammen mit einem Kollegen Änderungen zu einem Entwurf eines Antrags zur Zukunft der Rente aus. „Bereits der erste Tag zeigte uns, dass der Alltag eines Abgeordneten keineswegs einfach ist. Die Arbeitstage sind lang, die intensiven Diskussionen innerhalb der Fraktion und die mitunter zähen Verhandlungen und Entscheidungsprozesse zehren an den Kräften“, so die Erfahrung von Johannes Brenner.

Der nächste Tag begann im Plenarsaal mit der ersten Lesung, in der die Gesetzesentwürfe an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet wurden. Die Vertreter aller Parteien in den Ausschüssen sollten ganz gezielt an Gesetzesvorlagen arbeiten, über Änderungsanträge abstimmen und schließlich eine Beschlussempfehlung an das Plenum abgeben. „Als Mitglied einer Oppositionspartei im Ausschuss für Familie und Senioren erhielt ich in der Diskussion und Verhandlung mit den Regierungsparteien einen lebendigen Eindruck davon, welche Schwierigkeiten sich aus dieser Situation ergeben: Eigene Änderungsanträge können von der Mehrheit der Regierungsparteien abgelehnt werden, und es gestaltet sich äußerst schwierig, die Interessen der eigenen Partei in die Beschlussempfehlung einfließen zu lassen“, erinnert sich der Schüler, der in Weinsberg das Justinus-Kerner-Gymnasium besucht.

Am nächsten Morgen begann die abschließende Debatte im Bundestag. In der zweiten Lesung erhielten die Redner der Fraktionen die Gelegenheit, der Öffentlichkeit die eigenen Standpunkte darzulegen, bevor in der abschließenden Lesung über die Beschlussfassungen der Ausschüsse abgestimmt wurde. „Uns alle beschlich ein erhebendes Gefühl, während wir wie die realen Politiker im Halbrund des Plenarsaals saßen, über Gesetze debattierten und in der abschließenden Abstimmung per Handzeichen unsere Zustimmung oder Ablehnung signalisierten. Es war eine Szenerie, die man bisher nur aus dem Fernsehen kannte und jetzt live miterleben und mitgestalten konnte“, freut sich Johannes Brenner. Danach gab es die Möglichkeit, die fiktive Rolle abzustreifen und die echten Fraktionsvorsitzenden der Parteien sowie den Bundestagspräsidenten Norbert Lammert kennenzulernen und ihnen Fragen zu stellen.