Ungebrochenes Engagement für die Versöhnung

25/07/2018

Erschienen in der Heilbronner Stimme am 25.7.2018 von Bianca Zäuner

Eine besondere Ehre an einem besonderen Ort wurde am Montagabend dem Heilbronner SPD-Bundestagsabgeordneten Josip Juratovic zuteil. Der aus Kroatien stammende Politiker wurde in Mostar in Bosnien Herzegowina für seine kontinuierliche Friedensbemühungen in der Balkan-Region mit dem Friedenspreis Mostar Peace Connection ausgezeichnet.Den Preis nahm er bei Feierlichkeiten in Mostar entgegen.

Ein Bauwerk mit großer Symbolkraft

Das Wahrzeichen der Stadt, die Brücke Stari Most, wurde im 16. Jahrhundert erbaut und galt als ein für damalige Verhältnisse architektonisches Meisterwerk. Lange war sie Sinnbild des friedlichen Zusammenlebens mehrerer Volksgruppen und Religionsgemeinschaften in der Stadt. Im Bosnienkrieg wurde das Wahrzeichen nach mehrstündigem Beschuss zerstört. Nach Ende des Kriegs 1995 wurde sie bis 2004 wieder aufgebaut und trägt – auch aufgrund der enormen Symbolkraft – seit 2005 den Titel Unesco-Weltkulturerbe.

Das Zentrum für Frieden und multiethnische Zusammenarbeit in Mostar will an die Geschichte erinnern und ehrt mit ihrem Friedenspreis Personen, die sich für Völkerverständigung und die Annäherung von Kulturen einsetzen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der südafrikanische Politiker Nelson Mandela, der tschechische Menschenrechtler Vaclav Havel und der ägyptische Diplomat und Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei.

Einsatz für Völkerverständigung und Versöhnung

Der Gundelsheimer Josip Juratovic erhält die diesjährige Auszeichnung in seiner Funktion als Vorsitzender der deutsch-südosteuropäischen Parlamentariergruppe im Bundestag. Mit dem Preis wird sein Einsatz für Frieden und Völkerverständigung gewürdigt. Seit dem Ausbruch der Krise auf dem Westbalkan hat sich Juratovic engagiert. Anfang der 90er-Jahre gründete er innerhalb der IG Metall die Organisation „Novi Most – Neue Brücke“, in der sich Ex-Jugoslawen zusammenschließen, um friedliche Wege aus dem Balkan-Konflikt zu finden. In den vergangenen Jahren hat er aktiv den Aufbau eines Jugendnetzwerks vorangetrieben und sich für den Austausch und die Versöhnung von Kriegsveteranen eingesetzt.

Auszeichnung ist eine große Ehre

Für den dreifachen Familienvater ist die Auszeichnung eine große Ehre: „Ich freue mich sehr über diesen Friedenspreis, wohl wissend, dass es eine ganze Menge Menschen gibt, die diesen Preis mindestens ebenso verdient hätten“, gibt sich der Bundestagsabgeordnete bescheiden. „Damit meine ich jene Menschen, die nicht den Dämonen des Krieges nachgegeben, sondern tapfer Widerstand geleistet haben und dies mit vielen Gesten auch heute noch tun – für einen Sieg der Menschlichkeit.“

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