Vielfalt: Gewollt und nicht gekonnt?!

13/03/2015

Pressemitteilung |13. März 2015

Anlässlich des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zur Revision des Kopftuchverbots für Lehrerinnen, äußert sich Josip Juratovic, der Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion:

Ich begrüße die Aufhebung jener Regelung, die es den Bundesländern ermöglichte, das Tragen von Kopftüchern für Lehrerinnen zu verbieten.

Juratovic ergänzt:

Unsere Schülerinnen und Schüler werden die Vielfalt unserer Gesellschaft nur dann als gleichwertig akzeptieren, wenn sie Vielfalt auch außerhalb der gängigen Stereotype erleben dürfen. Kopftuchtragende Lehrerinnen werden helfen, um hartnäckige Vorurteile in unseren Köpfen abzubauen. Mir ist wichtiger, was jemand im Kopf hat, als was er oder sie auf dem Kopf trägt.

Zu den verbleibenden Widersprüchen in der Rechtsprechung äußert sich Juratovic folgendermaßen:

Leider bietet das Urteil dennoch Zündstoff für künftige Konflikte. Wenn sich jemand durch das Kopftuchtragen einer Lehrerin belästigt fühlt und der Schulfrieden dadurch gestört wird, muss die Lehrerin, nach der neuen Rechtsprechung, ihre Kopfbedeckung wieder abnehmen. So kann letztendlich der staatliche Schutz der Freiheitsrechte durch Ablehnung einzelner Bürger ausgehebelt werden.

Juratovic betont:

Dies entspricht nicht meinem Verständnis einer multireligiösen Gesellschaft. Im Gegenteil: Es bietet Spielraum für Islamfeindschaft.“