Weniger Leiharbeit, mehr Chancengleichheit

07/09/2017

Erschienen im SWR am 07.09.2017

Wahlkampfthema „Soziale Gerechtigkeit“ in Heilbronn- Franken

Der Bereich „Soziales und Arbeit“ ist großes Thema aller Parteien im Bundestagswahlkampf. Doch wo liegen die Unterschiede in der Region Heilbronn- Franken?

Schwerpunkt Arbeit und Soziales

Sozial ist, was Arbeit schafft- das ist das Credo der CDU. Der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten sagt zur Linie der Partei aus regionaler Sicht: „Das haben wir auch als Ziel, bis zum Jahr 2025 absolute Vollbeschäftigung zu haben, so dass wir niemanden auf der Straße lassen. Und um das vorzubereiten, geht es natürlich auch um die Bildung. Das heißt, wir müssen dafür sorgen, dass niemand die Region verlassen muss, wegen seinem Arbeitsplatz und wegen seinem Ausbildungsplatz. Das gelingt uns relativ gut.“

Leiharbeit ist kein Geschäftsmodell

Nicht zuletzt auch durch privat finanzierte Bildungseinrichtungen. Doch um die Themen Langzeitarbeitslose und Leiharbeit kann sich auch hier in der Region keiner herumdrücken. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic erklärt kurz und bündig: „Leiharbeit und Befristungen sind keine Geschäftsmodelle. Das ist für mich Schweinerei. Das ist sicher in dem einen oder anderen Fall notwendig. Aber ich glaube, eine gute Wirtschaft kann auch ohne diese Geschäftsmodelle funktionieren.“

Arbeit muss was wert sein

CDU-Mann Eberhard Gienger sieht den Ansatz für die Lösung dieser Probleme auch aus dieser Perspektive: „Wir müssen es schaffen, den Unternehmern die Rahmenbedingungen zu schaffen, die sie dann auch in die Lage versetzen, Arbeitsplätze für den Arbeitsmarkt zu generieren.“

Was das konkret bedeuten könnte, da sekundiert ihm FDP-Mann Michael Link: „Dass wir es schaffen müssen, dass man wieder tatsächlich wieder durch eigene Arbeit vorankommen kann. Wir haben teilweise so hohe Abgaben, dass in vielen Bereichen Arbeitsplätze, die sozialversicherungspflichtig sind, erst gar nicht entstehen“

Zeitarbeit reformieren

Befristungen und Leiharbeit auf dem Arbeitsmarkt sind ein Fakt, zu dem AFD-Mann Marc Jongen anmerkt:
„Wir wollen die Leiharbeit wirklich drastisch einschränken. Es muss eine Obergrenze in Unternehmen von maximal 15 Prozent von Leiharbeitern geben.“

Auch die Grünen machen sich wie Harald Ebner stark gegen die gängige Praxis bei der Zeitarbeit:
„Wir müssen die Zeitarbeit so reformieren, dass sie hier wirklich hier eine Chancengleichheit und eine Fairness schafft. Auch diese Ungerechtigkeit, was die Entgeltungleichheit bei Frauen und Männern angeht. Damit muss Schluss sein. Das wollen wir beenden. Wir brauchen das Rückkehrrecht in eine Vollzeitstelle.“

Altersarmut darf nicht eintreffen

Da halten sich andere Parteien eher bedeckt. Und was ist mit der Rente, den „Armen Alten“? CDU-Mann Alois Gerig sagt:
„Da muss man dafür Sorge tragen, dass die Altersarmut nicht eintrifft und wir haben ein gutes Sozialsystem für die, die tatsächlich ein bisschen durchs Raster fallen.“

Die Älteren auch auf dem Land besser mitnehmen will SPD-Frau Dorothee Schlegel: „Ich möchte unsere Dörfer so gestalten, dass ich auch hier alt werden kann mit einem anderen Verständnis von älter werden als es sicher noch meine Elterngeneration hatte.“

Es gibt weitere Baustellen im Sozialbereich, die auch SPD-Frau Annette Sawade aufgreift: „Günstiger Wohnraum, wo wir noch riesige Defizite haben, den wir auf jeden Fall noch schaffen und die Sozialabgaben Soli ein bisschen runterfahren. Im steuerlichen Bereich denk ich, ist es überhaupt nicht schlimm, die großen Verdiener ein bisschen mehr zur Kasse zu bitten, denn es ist immer eine Frage, was hinten noch übrig bleibt.“

Die Älteren mitnehmen

Und in Sachen Mitnahme- hat ihre CDU-Bundestagskollegin Nina Warken auch noch etwas anzumerken:
„Wir müssen darauf achten, dass die Menschen mitgenommen werden bei der sich ändernden Arbeitswelt vor allem bei der Digitalisierung. Ich glaube, da braucht man gezielt Programme.“

Hier per Direktlink zum Beitrag.