Berlin-Brief Nr. 274

27/03/2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde,

keine zwei Wochen ist mein letzter Berlin-Brief alt und doch stammte er noch aus einer anderen Zeit: Das Corona-Virus hat unsere Welt seitdem grundlegend auf den Kopf gestellt und das damals noch Undenkbare ist heute Alltag. Die Angst um den Arbeitsplatz und den Verlust der Existenzgrundlange ist plötzlich allgegenwärtig, viele müssen Kinder und Beruf in den eigenen vier Wänden unter einen Hut bringen und zum Schutz der eigenen Angehörigen Abstand voneinander halten. Stets begleitet uns die Sorge nicht nur vor der eigenen Erkrankung, sondern der Ansteckung unserer Nächsten. Das alles sorgt für Verunsicherung und stellt unseren Staat und unsere Gesellschaft auf die Probe. Für mich ist in dieser Situation klar: Die Welt wird nach dem Corona-Virus eine andere sein, lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass es eine bessere Welt wird.

Im Deutschen Bundestag haben wir ein wichtiges Signal diese Woche gesetzt: Unsere Demokratie und der Föderalismus, sie sind in dieser Situation keine Bremsklötze, sondern feste Basis für eine beispiellose Mobilisierung gesellschaftlicher Mittel zur Beantwortung dieser Krise. Mit einem Nachtragshaushalt machen wir 156 Milliarden Euro frei für die Bekämpfung von Corona und ihrer wirtschaftlichen Folgen – durch die Beschaffung von Schutzausrüstung, die Förderung von Forschung an einem Impfstoff, die finanzielle Absicherung von Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen und vieles mehr. Wir schützen Mieter*innen vor der Kündigung und stellen Familien unbürokratisch zusätzliche Mittel zur Verfügung. Wir stärken unsere Krankenhäuser, Arztpraxen und sozialen Dienstleister als kritische Infrastruktur finanziell und durch neue Anreize für zusätzliche Arbeitskräfte. Zudem haben wir die Kurzarbeiterregelung als bewährtes Instrument zum Schutz von Arbeitsplätzen ausgeweitet. Kurz gesagt: Wir spannen weitreichende Schutzschirme über unser Land.

Dieses Maßnahmenpaket haben wir innerhalb kürzester Zeit zusammengeschnürt und mit breiten Mehrheiten, auch über die Koalition hinaus, im Bundestag verabschiedet – eine Sternstunde unsere Demokratie! Natürlich werden wir in den nächsten Wochen und Monaten noch auf bislang unerkannte Probleme stoßen – aber auch dafür werden wir Lösungen finden. Ich betone jedoch auch: Wir müssen im Blick haben, wie die Gelder tatsächlich abgerufen und eingesetzt werden. Dies sind wir den Bürger*innen unseres Landes genauso schuldig, sowie wir schnelle und pragmatische Hilfen bereitstellen.

Trotz der turbulenten und oft negativen Nachrichten aufgrund des Corona-Virus sind wir doch alle Zeug*innen von einer wichtigen Entwicklung: Wir entdecken als Gesellschaft wieder bewusster das „Wir“. Die Zivilgesellschaft bringt in dieser Situation vor allem das Beste in den Menschen hervor. Wir erleben ein Aufblühen der Solidarität — mit denen, die unsere Hilfe am nötigsten haben. Den Engagierten gilt mein aufrichtiger Dank und meine volle Unterstützung.

Schließlich dürfen wir in diesen Tagen eines nicht aus den Augen verlieren: Auch wenn noch niemand seriös sagen kann, wie lange die derzeitigen Einschränkungen unseres Alltagslebens bestehen bleiben (müssen), sind sie doch vorübergehend. Uns stehen schwere Wochen und Monate bevor, aber die Normalität wird zurückkehren, daran besteht kein Zweifel. Klar ist auch: Wir werden aus dieser Krise lernen und daraus als Gesellschaft wachsen – hin zu einem solidarischeren Miteinander, einer gerechteren Entlohnung der wahren Leistungsträger*innen, einer stärkeren Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur, flexiblerem Arbeiten und einem Sozialstaat, in der niemand Angst vor dem Existenzverlust haben braucht. Das war stets der historische Auftrag der Sozialdemokratie und das wird er auch nach Corona sein.

Ich bin als Abgeordneter jederzeit erreichbar — selbstverständlich auch in Zeiten von Corona. Meiner Verantwortung als Arbeitgeber bin ich nachgekommen und habe meine Mitarbeiter*innen angewiesen, bis auf Weiteres im Home-Office zu arbeiten.

Dennoch stehen wir den Menschen in meinem Wahlkreis jederzeit zur Seite — per Email unter josip.juratovic.wk@bundestag.de oder per Telefon unter 07131/59872-27/-28. Auf meiner Internetseite sind zudem wichtige Informationen zu Ansprechpartner*innen, Hilfen des Bundes und meine Presseinformationen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus zu finden.

In diesen Tagen hat ein Satz an besonderer Bedeutung gewonnen: Bleiben Sie gesund.

Mit freundlichen Grüßen

Josip Juratovic MdB

Hier finden Sie den Berlin-Brief zum Download: Einfach klicken!